M1 und M2.2 Projekt


Migrantenmarkt in Pozzallo
Ein Markt bietet Raum für vieles mehr als den Handel:
handeln, versammeln, sich erhalten, verpflegen, übernachten, glauben, regieren und verwalten, schützen, produzieren und lagern sind Tätigkeiten, die dort stattfinden.

Den Kern der Aktivitäten vieler Migranten, die in Sizilien an Land gehen, macht der Handel aus. "Diese Migranten sind, weil ihnen jegliche staatliche Unterstützung fehlt, praktisch vom ersten Tag an zur Billiglohnarbeit gezwungen. Sie arbeiten als Erntehelfer in der Landwirtschaft, in Reinigungsdiensten, im Gastgewerbe, als Straßenverkäufer, als Haushaltshilfen und private Krankenpflegerinnen, die sogenannten badanti (von badare = sich kümmern). Dazu kommen noch eine Anzahl von halblegalen und illegalen Beschäftigungen, die von der Prostitution bis zum Schwarzmarkt gehen."
http://www.mein-italien.info/wissenswertes/vu-cumpra.htm

Der Handel findet, wie andere Aktivitäten auch, im öffentlichen Raum der Stadt statt: Äthiopier demonstrieren auf dem Platz vor der Kirche Pozzallos dafür, gemeinsam in ein anderes Lager verlegt zu werden; gebetet wird auf offener Straße; in der Moschee von Augusta darf jeder, der fragt für eine Nacht bleiben.

Die Orte für diese Bedürfnisse sind bisher informell. Im Entwurf erhalten sie eine räumliche Struktur. Diese kann ephemer, temporär, dezentral, mobil oder zentralisiert, formalisiert, aber offen sein.

Sizilien ist durch seine exponierte Lage im Handelsraum des Mittelmeers immer schon von Migration und kulturellem Transfer geprägt. Viele Einwohner Süditaliens haben eine eigene Migrationsgeschichte. Die Casbah von Mazara del Vallo ist ein Beispiel für eine jüngere 'Wiederaneignung' durch Migranten.

An der Via Mario Rapisardi, in Pozzallo soll ein Markt für Migranten entstehen, der im spezifischen Kontext Siziliens einen Ort für die oben beschrieben Tätigkeiten bietet.

Der Architekten Peter Volgger, der sich mit den Netzwerken und Aufenthaltsorten von Händlern aus dem Senegal beschäftigt hat, wird uns als Gast von seiner Forschung berichten. Das ergänzende Seminar EM1 / EM3 wird von Karsten Ley, Stadtbaugeschichte herausgegeben und beinhaltet eine Exkursion nach Split in der Exkursionswoche.

Kategorie: M1 und M2.2
Punktezahl: 12 ECTS + 3 ECTS Seminar
Betreuer: Anne-Julchen Bernhardt, Anna Weber
Gast: Peter Volgger, Innsbruck
Teilnehmer: M1: 6 - Anmeldung über MAV in Campus-Office
M2.2: 4, bereits angemeldet
Termine: 8. April 2015, ab 10:30 Uhr Ausgabe im Lehrstuhl
5. Mai 2014, ab 14:00 Uhr 1. Kolloquium mit Peter Volgger
2. Juni 2015, 09:00-13:30 Uhr 2. Kolloquium
8. Juli 2015, 09:00-14:00 Uhr 3. Kolloquium
11. August 2015 Abgabe