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Montic Factory Preschool

Ein Kindergarten für Montic

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das Bautagebuch, sowie weitere Informationen zum Projekt

Projektbeteiligte:

Betreiber:
Montic Primary Factory School, Johannesburg

Bauherr:
Montic Factory, Heidelberg, Inh. Karl Kebert

Partner:
S2arch, social and sostainable architecture, Wien

Beteiligte:
RWTH Aachen – Fakultät für Architektur
Lehrstuhl für Gebäudelehre und Grundlagen des Entwerfens:
Dipl.-Ing. Klaus Kada

Fertigstellung: Frühjahr 2006

Idee:  Studierende aus europäischen Bildungseinrichtungen entwerfen und bauen im Zuge ihrer Ausbildung gemeinsam mit Einheimischen kommunale Projekte für sozial Benachteiligte. Die Projekte sollen als angewandte Forschung im Bereich des nachhaltigen kostengünstigen Bauens in Entwicklungsländern verstanden werden.

Projekt

Der Montic factory Kindergarten ist ein Entwurfs- und 1:1 Realisierungsprojekt welches von Studenten der Architekturfakultät der RWTH Aachen im Frühjahr 2006 fertig gestellt wurde.
Er entstand auf dem Gelände einer bestehenden Schule, in der für die Betreuung der Kleinsten zuvor nur 2 sehr kleine Räume für ca. 60 Kinder zu Verfügung standen. Dabei ging es darum, mit einfachen, günstigen und vor Ort leicht erhältlichen Baumaterialien einen Kindergarten in Selbstbauweise zu entwickeln und selbst zu bauen!
Durch die Anwendung innovativer und experimenteller Detaillösungen entstanden 2 dringend benötigte Räumlichkeiten für die Betreuung und Bildung der Kinder. Dabei wurden beispielhafte Lösungen technischer Details erarbeitet, die mit einfachen Mitteln konstruktive und bauphysikalische Probleme (Bodenfeuchte, Hitze/Kälte) lösten.
Der Kindergarten umfasst 3 bis 4 Gruppen und bietet 60 – 80 Kindern Platz. Hier entstand neben kindgerechtem Raum zum spielen und lernen auch ein kleiner Rückzugsbereich, in dem die Kinder Mittagsschlaf halten können.
Neben einem Spielbereich wurde auch eine sanitäte Grundausstattung, welche Toiletten und eine Küche umfasst integriert.
Wichtig waren auch landschaftsplanerische Aspekte, wie die Einbeziehung des Freiraums und das Anlegen eines Nutzgartens, in dem die Kinder Erfahrungen im Umgang mit der Umwelt machen können. Die gesamte Anlage, bestehend aus Schule, Kindergarten und einem „skillcenter“ wurde so zu einem Ort, an dem sich die Kinder, Lehrer und andere Menschen den ganzen Tag aufhalten können und in unterschiedlichen Bereichen lernen und lehren.

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Der Ort

Der Bauplatz liegt in einem von Armut und Arbeitslosigkeit geprägten, ländlichen Umfeld mit spärlicher Infrastruktur. Montic ist etwa 40 km südlich vom Stadtzentrum Johannesburg entfernt und somit weit außerhalb jeglicher urbaner Struktur und Möglichkeit. Der Kindergarten entstand auf dem Schulgelände der bestehenden Montic Primary Factory School. Die Schule wird zwar von einer nahegelegenen Molkerei mit Strom versorgt, eine Kanalisation ist jedoch nicht vorhanden. Die Wasserversorgung erfolgt über Tanklaster, die den schuleigenen Wasserspeicher füllen.

ort

Zeitlicher Ablauf

Nach eine intensiven Recherchephase im Frühjahr 2005 hat im Juni 2005 ein Wettbewerb mit 20 Studenten stattgefunden. In Zweiergruppen haben die Studenten etwa 10 Projekte  entwickelt, aus denen die beiden besten Entwürfe im Juli 2005 durch eine Jury ausgewählt wurden. Die beiden Entwürfe, welche den ersten Preis erhalten haben, wurden dann in den kommenden Monaten auf verschiedene Themen hin untersucht, und zu einem gemeinsamen Entwurf weiterentwickelt. Im Herbst und Winter 2005 wurden Werkpläne und Detailzeichnungen erstellt und die letzten Reisevorbereitungen getroffen. Die Realisierung durch die Studierenden fand im Februar und März 2006 statt. Zurück in Aachen folgte eine Dokumentationsphase; mögliche Ausstellungen wurden vorbereitet.

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Der Kindergarten

Der Entwurf für den Montic Factory Kindergarten bedient sich einfacher Mittel um den Kindern einen inspirierenden, vielseitigen Ort zum lernen und spielen zu gestalten. Dies wird erreicht durch ein schattenspendendes Vordach, welches den Übergang von den Gruppenräumen zum Freibereich bildet und weiter zum Hof, der im Zusammenspiel mit der bereits bestehenden Schule entsteht.

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Die Zuwegung erfolgt über einen Weg westlich der Schule, der den Blick auf den überdachten Freiraum lenkt. Flankiert wird dieser von einer Baumreihe, die bis in den Vorbereich des Gebäudes geführt wird. Das Gebäude selbst besteht aus vier Gruppenräumen, einem überdachten Essplatz sowie den Nebenräumen.

Die Tragstruktur besteht aus einem modularen Schottensystem aus Holzständerwerk und Lehmziegeln. Der verschattete Außenbereich ist durch unterschiedlich hohe und große Flächen gegliedert, welche von den Kindern frei bespielt werden können. Ergänzt werden diese durch „Reifenkletterwände“, Schaukeln und eine Netzebene. Im Innenraum sind variable Boxen zur Raumgliederung, als Sitzmöbel und Spielgerät vorgesehen.

Das Tragwerk

Sowohl die Stützen als auch die Hauptträger sind als zusammengesetzte Querschnitte ausgebildet. Dadurch spart man sich einerseits die Verwendung von in Afrika schwer erhältlichen und teureren Holzquerschnitten. Andererseits kann der Träger als Durchlaufträger wirken. Die Stützmomente entlasten die Felder, die Querschnitte werden somit optimal ausgenutzt.

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Team
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