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Pfauenhaus

Kuppel hinduistisches Gemeindezentrum Hamm Uentrop / Pfauenhaus

Im Rahmen des einjährigen M2-Projektes TRANSFER im Jahr 2012-13 hat der Lehrstuhl Gebäudelehre das ergänzende Seminar KUPPEL angeboten. Während das Projekt sich forschend mit der Architektur von Migranten und der Transformation von architektonischen Elementen und Typologien auseinandersetzt, greift das Seminar bewusst aktiv in die untersuchten Phänomene ein, es stellt mit Entwurf und Bau einen Praxisbezug her.
Die Kuppel ist ein sehr prägnantes Transferelement der Architekturgeschichte. Ihre Form ist abhängig von konstruktivem Wissen, welches über die Zeit erworben oder weitergegeben werden muss. Der Einsatz von Kuppeln ist durch die Baugeschichte hindurch verfolgbar und als Migrationsgeschichte- gebunden an die Bewegung von Volksgruppen, Ausdehnung von Staaten oder Reisen bestimmter Baumeister- beschreibbar.
In Hamm-Uentrop befindet sich die größte europäische Tempelanlage im Dravida Stil, der Sri Kamadchi Ampal Tempel, fertiggestellt 2002. Die meisten Gebäude der Anlage sind als Kooperationen zwischen tamilischen Tempelbaumeistern und dem Hammer Architekten Heinz-Rainer Eichhorst entworfen worden. Für die Anlage ist der Bau eines Kulturzentrums geplant. Zentral über dem Eingangsbereich befindet sich eine Kuppel.
Der Entwurf dieser Kuppel, im Selbstbau von den Studierenden zu errichten, war Inhalt des Seminars. Vor dem Bau des Kulturzentrums wirbt die Kuppel zum einen für Spenden des sie später umgebenden Hauses, zum anderen dient sie in der Zwischenzeit als Versammlungsort im Außenraum.
Das Pfauenhaus verbindet Referenzen aus der indischen Kultur (städtische Vogelhäuser, der Pfau als Heiliges Tier, stilisierte Pfauen als höchstes architektonisches Schmuckelement und ornamentale Kapitelle) mit deutschen Bezügen (Maibäume und Holzschindelung). Das Pfauenhaus ist wörtlich zu nehmen, es ist die artgerechte Behausung für einen Pfau und seine beiden Hennen. Die als Holzkonstruktion detaillierte Kuppel wird nach dem Bau des Gemeindezentrums errichtet.

Das Pfauenhaus wurde im Selbstbau in Aachen vorgerichtet und zu dem von 20.000 Gläubigen besuchten Tempelfest im Sommer 2014 im ersten Bauabschnitt fertig gestellt.

Die Pfauenfamilie wurde am 17.5.2015 feierlich übergeben, nach einer Eingewöhnungszeit von 4 Wochen, kann das Haus dann vor dem diesjährigen Tempelfest im Juni aufgerichtet werden.

Projektbeteiligte:
Lehrstuhl für Gebäudelehre RWTH Aachen University
Anne-Julchen Bernhardt, Anna Weber, Bruno Röver, Wolfgang Zeh, Natali Gagro
Seminar mit dem Lehrstuhl für Tragkonstruktion, RWTH Aachen, apl. Prof. Dr.-Ing. Rolf Gerhardt, Dipl.-Ing. Christoph Koj, Mazen Ayoubi
Lehrstuhl für Baugeschichte, RWTH Aachen, Prof. Dr. Ing. Jan Pieper

Studierende
Entwurf Kuppel / Pfauenhaus: Klara Bindl, Julia Kaulen, Michel Kleinbrahm
Jan Philipp Alfes, Klara Bindl, Ursula Bruckhuisen, David Bulenda, Janine Ganserich, Anke Giesbertz, Katja Göser, Cindy Hetges, Julia Kaulen, Sonja Kellermann, Jan Philipp Kentgens, Michel Kleinbrahm, Pascal Klering, Martina Lang, Judith Neyses, Fabian Reimer, Catherine Runkel, Theresa Strieder, Sadra Taasoli, Patrick Zamojski
Tabea Buedel, Eva Schreitter von Schwarzfeld, Karl Rothkirch, Jennifer Littwinski, Maria Molina, Mercedes Merino, Eduardo Hernandez, Joaquín Caracuel, Jesús Ruiz, Ines Lucia Ovejero, Philipp Heuken, Fenja Lüdecke, Lara Fieguth

Statik: Ingenieurbüro Jürgen Bernhardt, Köln
Beratung: Dipl. Ing. Heinz-Rainer Eichhorst, Architekt, Hamm

Priester Paskaran, Sri Kamadchi Ampal Hindugemeinde, Hamm Uentrop

Fertigstellung: Sommer 2015