Wahlmodul


Mbare Art Space II - Mbare Contemporary Museum


Aufgabe
Dies ist der zweite Teil einer mehrjährigen Auseinandersetzung mit und um den Mbare Art Space in Harare, Zimbabwe. In Kooperation mit der PBSA, HS Düsseldorf, dem Georgia Institute of Technology, der Harare Polytech und der TH Köln werden wir uns der umfänglichen Analyse, Planung und langfristig auch dem Selbstbau einzelner architektonischer Komponenten und Situationen innerhalb der Anlage des Mbare Art Space widmen.

Projekt
Mbare, 1907 gegründet, ist der älteste Township am Rande von Harare und eines der dichtest besiedelten Gebiete des Landes. Hier hat sich eine starke gemeinschaftliche Identität der Bewohner entwickelt, die durch einen bunten, multikulturellen Hintergrund und eine aktive und spannende Musik, Kunst- und Kulturszene geprägt ist.
Das längliche Grundstück des Art Space umfasst ca. 5000 m2 und beherbergte in Kolonialzeiten neben einer Brauerei viele kleine Überdachungen, die Platz im Schatten boten. Das über mehrere Jahre angelegte Projekt für den Umbau des Art Space fördert die Entstehung eines zeitgenössischen Museums, das neben Ausstellungsräumen, Foyer und Vorplatz auch ein Kindermuseum, Werkstätten, ein Artists in Residency Programm und Räume für eine Sammlung beinhalten soll. Das zukünftige Museum wächst aktuell zu einem Campus für Bildung, Kunst, Kunsthandwerk und alternative Baumethoden und erzeugt so einen partizipativen Ort für Mbare, von dem sowohl die direkte Nachbarschaft als auch die weitere Umgebung profitiert. Der Ort soll für alle Generationen offen sein und vor allem auch der jungen und weiblichen Bevölkerung einen sozialen Treffpunkt bieten. Die Transformation zum „Museum“ soll auf Grundlage des Bestandes durch Um- und Weiterbau, Überschreibung und Neuordnung erfolgen.

Initiator des Projekts ist eine Gemeinschaft junger Künstlerinnen und Künstler, gemeinsam mit UCHI, die Urban Culture and Heritage Initiative, einer Organisation, die sich für die lokale Dokumentation der eigenen Geschichte sowie für die Entwicklung und Förderung der heimischen Kultur engagiert. Das Mbare Contemporary Museum ist eine Vision/ ein Prototyp für eine neue Realität geprägt durch Inklusion, Nachhaltigkeit und Kreativität.

Ansatz
Die Typologie des Museums erfährt in Harare unterschiedliche kritische Konnotationen. Sie kommt als koloniale Typologie in das Land und bedient zunächst die Kolonialisten und ihre Vorstellungen von Kulturgenuss. Eine intensive Aneignung durch die breite Bevölkerung findet kaum statt. Das Museum als Typologie entwickelt sich wenig. Die Anzahl zeitgenössischer Museen heute ist gering. Ein paar wenige zeitgenössische Galerien arbeiten an einem Austausch mit der Bevölkerung. Während angewandte Kunst, wie Töpferei, oder darstellende Künste, wie Tanz und Musik, traditionell große Wertschätzung erfahren, erhalten Disziplinen wie Malerei oder abstrakte Objekte eine geringere Aufmerksamkeit. Die junge Kunstszene, die international große Beachtung erfährt, möchte dies ändern. Sie erkennt das gesellschaftliche und politische Potential konzeptioneller künstlerischer Arbeit und möchte sowohl über Prozess als auch über Ergebnisse mit einer breiten Gesellschaft in Austausch treten. Das Mbare Contemporary Museum fragt nach der lokalen gesellschaftlichen Relevanz von Kunst.

Wir werden uns in einem kompakten theoretischen Teil mit Fragen zu Kolonialismus und Typologie und besonders dem Museum auseinandersetzen. Den Großteil des Semesters widmen wir dem Entwurf des Mbare Contemporary Museum. Hierbei können wir auf Ergebnisse des letzten Semesters zurückgreifen und diese weiterentwickeln.

Der Kurs findet in Kooperation mit Kollegen und Menschen vor Ort in Harare statt. Zoom und WhatsApp sind gute Werkzeige für den inhaltlichen Austausch über Kontinente hinweg. Geplant sind ein Vortrag, ein Workshop und eine Feedbackrunde zur Abgabe.


Kategorie: Wahlmodul
BetreuerInnen: Bernadette Heiermann, Anna Weber
TeilnehmerInnen:
Termine: Anmeldung in RWTH-online