design.develop.build

Gartenhaus

Ein Gartenhaus auf dem Königshügel

Projektbeteiligte/credits

Lehrende und Studierende des Lehrstuhls für Gebäudelehre und Grundlagen des Entwerfens:

Bernadette Heiermann, Wolfgang Zeh, Anne-Julchen Bernhardt,

Robin Bothe, Johann Eckartz, Helen Gräser, Jens Hansen, Vanessa Hastedt, Sinam Hawro Yacoob, Sarah Ioannidis,

Mara Jörgens, Asli Kalan, Tarik Kaya, Torsten Lentzen, Jan Lisner,  Marius Manthei , Eva Neumann, Xhesika Osmani, Heiko Pohl, Julius Puttkammer,  Lea Reinschmidt, Nora Reintgen, Jana Ritterbach, Lisa Schneider,

David Schultze-Naumburg, Anton Schwingen, Marketa Slopkova , Martin Taschenmacher, Patrick Werthner ,

Daniel Wilken, Haowei Zhang

Tragwerksplanung/ structural engineering

Ingenieurbüro Jürgen Bernhardt, Köln

Zimmermann

Ludwig Clever

Fotos (außer Bauphasen)

Ivo Mayr

Bauherrin/client

Studierendenwerk RWTH Aachen: W. Dachtera, Gabriele Schneider, Dirk Reitz

Auf dem Aachener Königshügel erinnert ein idyllisches kleines Waldstück mit seltenem altem Baumbestand daran dass hier bis vor einigen Jahren ein bedeutender alte Botanischer Garten existierte. Heute ist es Teil des Gartens einer Kindertagesstätte, die von Kindern Studierender und Lehrender der RWTH besucht wird.

Im Sommer 2017 haben Studierende der RWTH Aachen hier ein Gartenhaus gebaut, welches heute von den Kindern als Werkstatt genutzt wird.

Schwerpunkt dieses kleinen Selbstbauprojektes ist die angewandte Forschung zur Vorfertigung von Lehmbauelementen.

Leichtlehm, bestehend aus Lehm und organischen Zuschlägen, ist ein einfaches Baumaterial mit faszinierenden bauphysikalischen Eigenschaften.  Im Fachwerkbau hat es eine lange Tradition, in eine Schalung eingestampft kann man den Lehm zu selbsttragenden Wänden oder Decken verarbeiten. Letzteres zeichnet den Leichtlehmbau auch für die Herstellung von Fertigteilelementen vieler Art aus und eröffnet spannende Möglichkeiten im Bereich der Vorfertigung.

Für den Bau des Gartenhauses sollten vorgefertigte Elemente für Wand und Dach entworfen und hergestellt werden.  Hierfür wurden Experimente mit Schalungen, Typen, Formaten und Oberflächen durchgeführt, um geeignete Prototypen zu entwickeln.

Die Position des Hauses auf dem Grundstück richtet sich nach der Lage der Bäume, den Blicken in das Tal und der Orientierung zum Gebäude der Kita.

Die Konstruktion liegt weitgehend auf Punktfundamenten, die umlaufende Terrasse kragt aus, das Gebilde schwebt, soll so wenig wie möglich den darunterliegenden Waldboden und das Wurzelwerk beeinträchtigen.

Die tragende Struktur besteht aus einem Holzskelett aus Douglasie, die geschlossenen Elemente aus wandhohen Leicht-Lehmelementen.

Für das Gartenhaus wurde ein Prototyp als Wandelement entwickelt, der die Vorteile des Lehmbaus und der Vorfertigung verbindet. Zur Entwicklung der Elemente gehörte auch die Entwicklung der Hand-Werkzeuge, wie den Wiegetisch zur Aufrichtung der Elemente.

Das Strohlehmgemisch wurde in eine wandhohe Schalung gefüllt, die schweren gestampften Elemente anschließend mittels des Wiegetischs händisch aufgerichtet und in die Konstruktion eingelassen. In die Elemente eingefügt sind horizontale Latten, die der kontrollierten Erosion dienen, anfallendes Regenwasser wird hier gezielt abgeführt, das Lehmgemisch selber ist vor Abwaschen geschützt.

Anstelle der ursprüngliche Idee, den Strohlehm auch im Inneren – im Sinne einer Konzeption Rohbau = Ausbau-  sichtbar zu belassen wurde ein wohnlicherer Lehmputz aufgetragen .

Das Gartenhaus wurde vollständig in Selbstbauweise errichtet. In der ersten Phase gab es tatkräftige Unterstützung vom Zimmermann. Das Aufstellen der Holzkonstruktion und der Lehmelemente benötigte 3 Wochen, Ausbau und Verschindeln des Daches insgesamt noch einmal 2 Wochen.

Beginn der Bauphase: Gründung
Errichten des Holzständerwerks
Einbringen der Wandelemente
Wand mit Lehm-Strohelementen
Innenraum mit Oberlicht
Wanddetail
Dach mit bunten Schindeln